Häufig gestellte Fragen


Wohnen Sie bereits in unserer Gemeinde Muldestausee?

Wir wohnen seit 2013 in Muldestausee, und zwar in Pouch.


Sie sind kein "Ur-Poucher", sondern zugezogen. Woher stammen Sie?

Ich wurde in Burg bei Magdeburg geboren und wuchs in Hohenwarthe an der Elbe auf.


Weshalb haben Sie sich entschieden gerade in Pouch ihr Eigenheim zu errichten?

Uns überzeugten die Standortfaktoren. Insbesondere die Betreuungsmöglichkeiten durch einen Kindergarten vor Ort, eine Grundschule im eigenen Ort, eine weiterführende Schule im näheren Umfeld, Einkaufsmöglichkeiten, Autowerkstätten, eine Verkehrsanbindung an mindestens eine Bundesstraße und das Angebot der Gesundheitsdienstleistungen von Ärzten und Apotheken. Zudem war uns von vornherein klar, dass wir unser eigenes Zuhause nicht in der Stadt schaffen, sondern den direkten Zugang zur Natur suchen, denn unsere Kinder sollen in dem Bewusstsein aufwachsen, dass – einfach gesagt – die Milch aus einer Kuh kommt und nicht aus dem Supermarkt. Dabei wollten wir Wasser und Wald in unserer näheren Umgebung wissen, denn ich bin Angler und Jäger. Außerdem spielt der Arbeitsplatz meiner Ehefrau in Halle eine Rolle, denn wir empfinden eine maximale Fahrtzeit von einer Stunde als noch hinnehmbar, wenn man die Vorzüge unseres Wohn- und Lebensstandortes dagegenhält.


Angenommen, ich wähle Sie und Sie werden Bürgermeister. Wie wollen Sie Ihren Beruf bei der Bundeswehr mit der Tätigkeit als Bürgermeister in Einklang bringen?

Das muss ich gar nicht. Denn, wenn ich als Berufsoffizier in ein kommunales Wahlbeamtenverhältnis auf Zeit eintrete, ruhen mit dessen Beginn alle Rechte und Pflichten gegenüber der Bundeswehr (Ausnahme: Pflicht zur Verschwiegenheit und das Verbot der Annahme von Belohnungen und Geschenken). Werde ich also gewählt, kann ich mich zu 100 % als Bürgermeister auf eben diese Tätigkeit konzentrieren.


Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Ich interessiere mich bereits sehr lange für Politik. Wenn wir ehrlich sind, wird unser gesamtes Leben, und zwar von der Wiege bis zur Bahre, politisch bestimmt. Es gibt quasi keinen politikfreien Raum mehr, außer vielleicht innerhalb der Familie. Dies ist ein Grund dafür, warum ich vier Jahre lang Politikwissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg studierte, und zwar mit dem Ziel, politische Entscheidungsprozesse zu analysieren, besser verstehen und erklären zu können. Darüber hinaus wirkte ich drei Jahre sehr aktiv in einem Verein mit, dessen vorrangiges Ziel politische Bildung ist, unter anderem zwei Jahre als Vorstandsvorsitzender. Das Amt des Bürgermeisters ist für mich eine gute berufliche Alternative zu meiner bisherigen Tätigkeit. Besonders deshalb, weil ich im besten Fall in der Gemeinde, in der wir als Familie selbst leben, für einen langen Zeitraum etwas bewegen kann, wohingegen ich bei meiner jetzigen Tätigkeit lediglich zwei bis drei Jahre auf einem Dienstposten bzw. in einem Aufgabenbereich tätig bin. Hinzu kommt, dass ich als Bürgermeister hier vor Ort nicht länger Berufspendler wäre und trotz dieser sehr zeitaufwändigen Berufung mehr Zeit mit meiner Familie verbringen könnte. Zusätzlich wurde ich von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Kandidatur bewogen, die mir eine gute Amtsführung zutrauen.


Was ist die #22daypushupchallenge und warum machen Sie jeden Tag 22 Liegestütze überall in der Gemeinde?

Ergebnis einer Studie aus den USA war, dass sich allein im Jahr 2010 täglich 22 Veteranen selbst das Leben nahmen, weil sie an Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) litten. Die 22daypushupchallenge ist eine Initiative, um auf die Menschen aufmerksam zu machen, die an solchen Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden. Ich unterstütze diese Initiative, gerade weil auch viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an PTBS leiden. Darüber hinaus glaube ich, dass es eine hohe Dunkelziffer an weiteren Bürgerinnen und Bürgern gibt, die aufgrund traumatischer Erlebnisse (z.B. Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrmänner und -frauen, Zeugen und Opfer von Gewalttaten) mit den Folgen dieser zu kämpfen haben.

 

Außerdem möchte ich mich für mehr Bewegung und Sport in der Gemeinde Muldestausee einsetzen. Da ich mit meinem Wahlprogramm die Förderung sportlicher Aktivitäten anstrebe, möchte ich als Beispiel vorangehen und ein Zeichen setzen.

Weitere Informationen können Sie hier nachlesen:

http://www.bz-berlin.de/berlin/warum-macht-die-bundespolizei-berlin-hier-22-liegestuetze


Warum machen Sie nicht in jedem Ort der Gemeinde eine Bürgersprechstunde?

Ich bin Wochenendpendler und voll berufstätig. Aus rein terminlichen Gründen ist es mir daher nicht möglich, dass ich in jedem einzelnen Ort eine Bürgersprechstunde anbiete. Daher versuchte ich, diese räumlich so zu verteilen, dass viele Bürgerinnen und Bürger aus den Orten zumindest eine Sprechstunde mit einem möglichst kurzen Weg erreichen können. 


Einige Punkte aus Ihrem Wahlprogramm habe ich auch bei anderen Kandidaten gesehen. Wie kann das sein?

Von Wahlprogrammen anderer Kandidaten weiß ich nichts. Meine Entscheidung für die Kandidatur fiel im Mai. Von Mai bis Mitte Juni entwickelte ich mein Wahlprogramm, welches Sie seit Anfang Juli unverändert auf meiner Website finden können.


Wie finanzieren Sie Ihren Wahlkampf?

Ich bin Einzelkandidat und trete für keine Partei, Wählerliste oder sonstige Gruppierung an. Wir finanzieren unsere Wahlkampfmaßnahmen als Familie aus eigenen Mitteln. Daher sind unter anderem unsere Mittel für Eigenwerbung, wie z.B. großflächige Plakate etc., begrenzt.


Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach der Bürgermeister in der Kommunalpolitik?

Der Bürgermeister hat de facto eine starke Stellung in der Kommunalpolitik in Sachsen-Anhalt und ist, im Vergleich zu anderen Bundesländern, nicht nur ausführendes Element von Gemeinderatsentscheidungen. Er selbst bekleidet erstens das höchste politische Amt in der Gemeinde, ist stimmberechtigtes Mitglied und Impulsgeber im Gemeinderat sowie im Haupt- und Finanzausschuss (in Muldestausee gleichzeitig Vorsitzender) als auch im Bau- und Vergabeausschuss (in Muldestausee gleichzeitig Vorsitzender). Dabei ist er im Vergleich zu den ehrenamtlichen Gemeinderäten Berufspolitiker.
 
Im Wege der Direktwahl ins Amt gekommen, ist er durch die Wählerschaft unmittelbar demokratisch legitimiert. Hieraus ergeben sich wesentliche Vorteile für die Amtsführung. Er ist unabhängig von Einzelinteressen, weil er nicht etwa mehrheitlich durch den Gemeinderat gewählt wird. Er ist eine wichtige Integrationsinstanz, wiederum aufgrund seiner Unabhängigkeit. Er verfügt über eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit, weil sich in seiner Wahl – im Idealfall bei möglichst hoher Wahlbeteiligung und im ersten Wahlgang – der unmittelbare Wählerwille ausdrückt.
 
Zweitens ist der Bürgermeister der Chef der Verwaltung – der Hauptverwaltungsbeamte. Somit ist er hauptverantwortlich dafür, dass Verwaltungsvorgänge effizient, kostengünstig und dienstleistungsorientiert erledigt werden, wobei der Bürger als „Kunde“ der Gemeindeverwaltung und nicht als Bittsteller zu verstehen ist.
 
Drittens repräsentiert der Bürgermeister die Gemeinde, nach innen und außen. Als „ein Bürger von vielen“ spricht er für die Gemeinde und vertritt sie, z.B. in Verbänden und gegenüber dem Landkreis oder dem Land. Deshalb muss er über eine gewisse Autorität verfügen, um der Gemeinde effektiv vorstehen zu können, wohingegen er gleichzeitig möglichst „nah am Bürger“ bleiben muss und sich nicht in der Gemeindeverwaltung „versteckt“. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass ihre Interessen vom Gemeinderat und dem Bürgermeister auch zwischen den Wahlen Berücksichtigung finden, weshalb er regelmäßig über wichtige Vorgänge in der Kommunalpolitik und der Verwaltung informiert.
 
In der Gesamtbetrachtung agiert der Bürgermeister an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik und den – zusammengefasst – gesellschaftlichen Interessen, wobei er ein „ehrlicher Anwalt“ aller Bürger bleibt, ohne einzelne Parteien, Vereine oder sonstige Einzelinteressen zu bevorzugen. Folglich orientiert er sich in seiner Amtsführung am Gemeinwohl der gesamten Gemeinde. Wichtige Entscheidungen schlägt er zur angemessenen Zeit vor, er moderiert den Entscheidungsfindungsprozess, gleicht zwischen den unterschiedlichen Interessen aus und bringt diesen zielgerichtet zum Abschluss.

Wie wollen Sie das Ehrenamt und die Vereine stärken?

Unsere Vereine sind, gemeinsam mit der Feuer- und Wasserwehr, das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens in unserer Gemeinde. Mit ihren Angeboten steigern sie die Lebensqualität und tragen zur Verständigung zwischen den Generationen bei. Für eine Fortsetzung der ideellen und materiellen Unterstützung unserer Ehrenamtlichen – egal in welcher Rechtsform – werde ich mich einsetzen. Folgende konkrete Maßnahmen sollten aus meiner Bewertung umgesetzt werden:

 

1. Auf der Gemeindewebsite sollte die zusammengefasste Übersicht aller Vereine erweitert werden, sodass mindestens die Vereinsziele, die Aufgaben und die wesentlichen Ansprechpartner mit Erreichbarkeiten sowie den Links zu bestehenden Internetseiten dargestellt werden.

 

2. Regelmäßige Vereinsforen zwischen der Gemeindeverwaltung und unseren Vereinen (1 bis 2 Mal jährlich) können helfen, um ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen und Problemlagen früh zu erkennen.

 

3. Ehrenamtliche Leistungen für die Gemeinschaft müssen gesehen, wertgeschätzt und entsprechend gewürdigt werden. Über die bestehenden Ehrungen hinaus, könnte ich mir vorstellen, für besonders herausragendes Engagement einen Bürgerpreis zu stiften.

 

4. Die Nachwuchswerbung in den Vereinen werde ich aktiv unterstützen, z.B. durch meine eigene Teilnahme an Veranstaltungen, ganz gleich ob Müllsammelaktionen in unserer Natur, bei Vereins- und Dorffesten oder dem Wettkampftraining in unseren Sportvereinen.

 


Wie stehen Sie zu unserer Feuerwehr und Wasserwehr?

Grundsätzlich sind unsere Feuerwehren und die Wasserwehr wesentliche Elemente der Gefahrenabwehr und für die Gemeinde als Träger eine Pflichtaufgabe. Darüber hinaus übernehmen sie weitere wichtige soziale Aufgaben. Sie tragen, insbesondere mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr, zur Integration zwischen Jung und Alt bei, unterstützen sehr stark unsere Feste und Feiern in den Orten, führen Branderziehung in den Kindertagesstätten und Schulen durch und schaffen Identifikation mit den Orten. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind stolz auf unsere Kameradinnen und Kameraden bei der Feuer- und Wasserwehr.

 

Ich setze mich für den weiteren Erhalt unserer „Muldestauseewehren“ ein und möchte die Spezialisierung weiter vorantreiben. Während eine allgemeine Gefahrenabwehr alle beherrschen müssen (z.B. Wohnungsbrände), sollten sich der „Löschzug Heide und Mulde“ im Kern auf die wahrscheinlicheren Notfälle in ihrem Raum vorbereiten und üben – unter einheitlicher Führung des Gemeindewehrleiters sowie auf Grundlage eines abgestimmten Konzeptes der Aufgabenerfüllung. Die Wasserwehr besteht für mich neben der Feuerwehr, bleibt fokussiert auf den Hochwasserschutz und wird geführt durch den Wasserwehrleiter. Nicht alle Wehren brauchen für die Erledigung ihrer Aufgaben einen allumfassenden Fuhrpark, gleiches Gerät sowie spezialisierte Fahrzeuge in mehrfacher Ausführung. Spezialisierte Fahrzeuge und Geräte aller Wehren sollten gemeinsam genutzt werden, um Haushaltsmittel zu sparen und anstehende Aufgaben im Verbund zu erledigen. Im Ernstfall steht der Bürgermeister in der Pflicht, alle unterschiedlichen Bereiche im Verbund einheitlich zu führen.

 

Ich setze mich ein für mehr gesellschaftliche Anerkennung unserer Feuer- und Wasserwehr. Besonders unsere Unternehmen und Betriebe sind an einer Präsenz in der Fläche interessiert. Womöglich könnten unsere Kameradinnen und Kameraden sowie deren Angehörige Vergünstigungen erhalten, wenn sie sich mit einem „Feuerwehr- oder Wasserwehrpass“ der Gemeinde Muldestausee ausweisen, z.B. einen Nachlass auf die Rechnung im Bereich der Gastronomie oder im Einzelhandel. Hier gilt es die Möglichkeiten und Grenzen klar herauszuarbeiten.

 

Die Nachwuchswerbung unserer „Muldestauseewehren“ möchte ich aktiv unterstützen. Daher soll eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten und Schulen bereits früh Interesse wecken sowie Grundlage einer fundierten „Brand- und Gefahrenabwehrerziehung“ für unsere Kinder und Jugendlichen sicherstellen.

 

Gegenüber einer sogenannten „Feuerwehrrente“ bei einem entsprechend langen Engagement bin ich grundsätzlich positiv eingestellt. Allerdings muss eine solche Maßnahme haushalterisch mit ausreichend finanziellen Mitteln hinterlegt und für die Zukunft durchhaltefähig geplant werden. Ich werde dahingehend folglich nichts versprechen, sondern diese Möglichkeit als eine wichtige Prüffrage berücksichtigen. Erfahrungswerte aus Kommunen, die eine „Feuerwehrrente“ bereits praktizieren, sollten für die Entscheidungsfindung Berücksichtigung finden.